Was für Deutschland und den USA schon längst bekannt ist, trifft jetzt auch Österreich. Max Zirngast, ein junger Österreicher und Journalist, wurde in Ankara festgenommen. “Heute morgen um 5 Uhr wurde unser Genosse und Autor Max Zirngast sowie weitere Personen von der Anti-Terrorabteilung in Ankara festgenommen”, schrieb sein Arbeitgeber “re:volt”-Magazin am Dienstag auf Twitter. Der Grund ist bekannt: Terrorverdacht.

Türkischen Medienberichten zufolge wird dem jungen Mann vorgeworfen für die „TKP/Kıvılcım Terrororganisation“ gearbeitet zu haben. Zirngast und weitere sieben Personen sollen eine Sommerschule veranstaltet haben, die ebenfalls untersucht wird. Die österreichische Botschaft sei mit den türkischen Behörden und den Angehörigen des Österreichers in Kontakt.

Regierung und NGOs verurteilen

“Das ist auf das Schärfste zu verurteilen!”, wettert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.”Andere politische Meinungen dürfen nicht Grundlage für Verhaftungen oder Einschüchterungen sein! In der Türkei passiert das gerade aber zunehmend”. Am Mittwoch war der Fall auch Thema im Ministerrat. „Wir sind in Kontakt mit der Türkei”, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Türkei müsse nun “sofort” darlegen, was dem Journalisten vorgeworfen werde. Sei das nicht möglich, erwarte sich die Regierung dessen “sofortige Freilassung”.

Auch Fred Turnheim, Präsident des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC), fordert die sofortige Freilassung und plädiert: „Herr Erdogan: Journalistische Recherchen über AKP und Kurden sind kein Verbrechen, sondern der Job von Journalisten – daher lassen Sie sofort unseren Kollegen frei“.

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Die ehemalige Grüne Abgeordnete Berivan Aslan sieht die Verhaftung als Geiselnahme. Zirngast werde von der Erdogan-Regierung “als politischer Geisel” festgenommen. “Wir dürfen uns von Erdogan nicht erpressen lassen”, sagt Aslan in Richtung Regierung.